Daniel Kopp

Alpinschulleiter und Bergführer der Alpinschule Kopp

Alpinschulleiter gibt Tipps für Ihren Skiurlaub

Daniel Kopp

Alpinschulleiter und Bergführer der Alpinschule Kopp
Daniel Kopp ist der Leiter der Alpinschule Kopp im Zillertal. Im Sommer führt er seine Kunden durch die Berge und im Winter durch das Zillertal auf Skiern. 2006 wurde die Alpinschule gegründet. Insgesamt besteht sein Team aus acht Personen. Im Sommer bietet die Schule u.a. Hochtouren, Klettertouren, Wandertouren und Sportklettertouren an. Im Winter dagegen kann man im Zillertal Skitouren, Freeridetouren oder Eisklettertouren absolvieren. Die Alpinschule bietet außerdem Gruppen- und Firmenevents an.
Hallo Herr Kopp,
was sind die klassischen Aufgaben einer Alpinschule?

Eine Alpinschule, wie wir es sind, denken alle Bereiche den Winter und Sommer AlpinSports in den Bergen ab. Von leichten Wanderung bis hin zu schwierigen Nordwandrouten wie die Eiger Nordwand.

Würden Sie sagen, dass sich die Sicherheitslage in den Bergen im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert hat? Wenn ja, wie?

Im Grunde ist der Berg immer gleich gefährlich oder sicher geblieben. Nur die Menschen, die sich in die Berge begeben, sind oft uninformiert und naiv. Viele kommen aus den Städten und klettern auch viel in der Halle. Doch der Berg ist durch das Wetter und deren Einwirkung in die Schwierigkeit einer Tour oft unberechenbar und man braucht einiges an Erfahrung. Viele glauben. wenn was passiert, dann kommt in 5 min die Bergrettung. Nur das ist leider ein Fehlglaube.

Super freundliche Kunden
Mit welchen Erwartungen treten Ihre Kunden an Sie heran?

Unsere Kunden haben verschiedene Ziele. Manche wollen einen bestimmten Gipfel besteigen, manche wollen einfach in der Natur sein und manche brauchen einen Partner am Berg der sie sicher begleitet. Jeder Kunde ist unterschiedlich, jede Tour ist unterschiedlich. Das macht unseren Beruf so abwechslungsreich.

In Ihrem Angebot finden sich zahlreiche Kurse zu den unterschiedlichsten Themen. Welche Kurse werden am meisten nachgefragt?

Die meisten Nachfragen haben wir sicher an Lawinenkursen und Kletterkursen. Was auch sehr viel gebucht wird sind Fels- und Eiskurse.

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©Daniel Kopp

Inwiefern unterscheiden sich die Anforderungen Ihrer Arbeit in den Sommermonaten vom Winter?

Im Grunde sind es verschiedene Sportarten. Im Sommer sind wir sehr viel beim Klettern und im Winter mehr auf den Skiern. Als Bergführer muss man alle Bereiche abdecken. Für mich als Alpinschulleiter ist es nicht nur wichtig, dass meine Bergführer alles beherrschen, sondern ich möchte, dass sie die einzelnen Sportarten auch auf höchstem Niveau selbst ausüben.

Tolle Skiregion
Mal angenommen, ein Einsteiger im Bereich Bergurlaub beschließt, Ihre Region auf eigene Faust zu erkunden… wo liegen die möglichen Gefahren?

Als Einsteiger wird man sich, hoffe ich zumindest, keine brutal schwierige und gefährliche Routen aussuchen. Meist besteht die Gefahr darin, dass man sich verläuft oder ein Ziel wählt, das nicht wirklich attraktiv ist. Mit einem lokalen Guide ist alles entspannter und man kann sich rein auf die Natur und den Urlaub konzentrieren.

INFOBOX

skitour_300_300px©Daniel Kopp

Mit 639 Pistenkilometern ist das Zillertal eines der größten Skiregionen in Österreich. Das Zillertal besteht aus 25 Gemeinden mit insgesamt ca. 33.500 Einwohnern und erstreckt sich über eine Fläche von 1098 km². Es liegt im Bundesland Tirol. Das Tal hat den Namen von dem Fluss Ziller der das Zillertal von Süden nach Norden durchläuft. Als Skifahrer ist man als Anfänger oder auch als Profi herzlich willkommen. Man benötigt eine Skiausrüstung und einen Pass für den Lift. Mit der Alpinschule wird man durch einen staatlich gepr. Berg- Skiführer, Dipl. Skilehrer durch das Zillertal geführt. Bereits im Herbst bietet der Hintertuxer Gletscher beste Möglichkeiten, um für die kommende Wintersaison in Schwung zu kommen und seine Skitechnik zu verbessern.

Sie bieten unter anderem auch Firmenevents an. Weshalb kann es hilfreich sein, den Alltag mit Arbeitskollegen auf so naturnahe und besondere Weise zu erleben?

Bei Firmenevents steht oft nicht nur die Natur im Vordergrund. Teambuilding, Problemlösungen, Grenzen erfahren und verschieben,…. Das alles lässt sich in den Bergen oft sehr gut mit einem Kurzurlaub verbinden. Wir bieten verschiedenste Touren und Programme dafür an.

Zurückblickend auf Ihre Anfänge als Alpinschule: wie würden Sie Ihre Entwicklung beschreiben und was war Ihnen bei der Entwicklung Ihres Angebots wichtig?

Für mich ist der persönliche Kontakt zu den Kunden sehr wichtig. Dadurch haben sich schon öfters gute Freundschaften entwickelt. Auch jetzt nach ca. 10 Jahren versuche ich noch immer Rückmeldungen von Guides und Kunden einzuholen und so das Programm abzustimmen.

Welche körperlichen Voraussetzungen muss ich mitbringen, um an einer Expedition teilnehmen zu können? Wie kann ich mich vorbereiten?

Das hängt in erster Linie vom Ziel ab. Eine gute Kondition und Willensstärke sind natürlich klar. Was aber auch sehr wichtig ist, ist Teamfähigkeit. Wenn man bei Expeditionen oft wochenlang unterwegs ist und auf kleinstem Raum mit seinen Partnern unterwegs sein muss, kann es schon manchmal vorkommen, dass sich eine schlechte Stimmung bildet.

Welche Veränderungen planen Sie in den kommenden Jahren für Ihre Alpinschule?

Wir werden versuchen das Programm vielseitig und immer wieder neu zu gestalten. Für nächstes Jahr planen wir die „european 7 summits“ und das „Sammle aller 4000er der Alpen“ ins Programm aufzunehmen. Das sind zwei spannende Ziele. Damit ist man als Kunde sicher einige Jahre zufrieden gestellt.

Vielen Dank für das Interview!
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