Pascal Keiser

Geschäftsführer Damüls - Faschina Tourismus

Damüls – Faschina: Das schneereichste Dorf der Welt

Pascal Keiser

Geschäftsführer Damüls - Faschina Tourismus
Pascal Keiser ist seit über 6 Jahren wieder Geschäftsführer bei Damüls Faschina Tourismus (nach 1996 bis 2001. Vorher war er unter anderem bei der Stiftung Maria Ebene, Café Bar Remise und beim Verkehrsverband Brandnertal-Bludenz beschäftigt.
Hallo Herr Keiser,
auf Ihrer Seite heißt es „Winterwandern, Langlauf und was es sonst so gibt…“ – was gibt es denn sonst so?

Damüls Faschina liegt auf sehr schneesicheren 1.400 m Höhe und mehr. Dies macht die Urlaubsregion am Übergang vom Bregenzerwald zum Biosphärenpark Großes Walsertal zu einem richtigen Schnee- und Winterparadies. Neben den angesprochenen Langlaufloipen und Winterwanderwegen (welche in den letzten Jahren immer wichtiger wurden) bieten wir in den beiden Walser Orten z.B. auch Pferdeschlittenfahrten, geführte Schneeschuhtouren durch den Biosphärenpark, geführte Sturmlaternenwanderungen mit der Damülser Bergrettung und als besonders attraktive Highlights die Rodelbahn in Damüls (2x wöchentlich mit Nachtbeleuchtung) sowie den Nachtskilauf mit Musik in Faschina an. Generell ist zu sagen, dass dem „Erlebnis Winter“ bzw. „Erlebnis Schnee“ eine immer wichtigere Bedeutung zukommt da sich die Menschen „im Tal“ nach solch einem Winterszenario sehnen.

Was würden Sie als die charakteristischste Eigenschaft Ihrer Region bezeichnen?

Die Region um das Faschinajoch ist bewiesenermaßen sehr naturschneereich! Nicht zuletzt deshalb wurde Damüls auch der Titel „Das schneereichste Dorf der Welt“ verliehen. Das Dorf Damüls als auch die Parzelle Faschina (ein Ortsteil der Gemeinde Fontanella) sind sicherlich als eher touristisch zu bezeichnen. Wintersport aller Art, sowie Wandern und Naturerlebnis im Sommer, überzeugen in erster Linie Familien und aktive Freizeit-Sportler. Vor allem der Wintertourismus hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Seit dem Zusammenschluss der Skigebiete von Damüls und Mellau wurde diese Entwicklung noch beschleunigt und so konnte die Anzahl der Gästebetten in Damüls innerhalb der letzten 10 Jahre um rund 800 Betten auf 2.500 gesteigert werden. Eine positive Entwicklung diesbezüglich kann auch aus Faschina und Fontanella berichtet werden. Über eine mögliche Skigebietsverbindung zwischen Faschina und Damüls wird bereits seit vielen Jahren laut nachgedacht und erste Projektskizzen auch erstellt. Eine definitive Umsetzung scheitert jedoch noch an der nötigen Finanzierung.

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©Damüls – Faschina Tourismus

Wie wichtig ist Ihnen der Austausch mit „Ihren“ Touristen? Werden beispielsweise die Ergebnisse aus dem Mountain Quality Check für Verbesserungsmaßnahmen genutzt?

Der Kontakt mit unseren Gästen ist uns sehr wichtig! Am liebsten pflegen wir dabei natürlich den persönlichen Kontakt, weil man bei diesem auch die Feinheiten „zwischen den Zeilen“ heraushört. Sehr gut sind solche Rückmeldungen auch auf Messen zu erhalten. Nicht zuletzt werden deshalb solche Veranstaltungen in allen Zielgebieten auch besucht. Um jedoch einen großen Überblick von Meinungen zu erhalten werden auch elektronische Umfragen von den touristischen Anbietern durchgeführt. Aus solchen Umfragen haben sich auch schon konkrete Angebote ergeben – in erster Linie im Skigebietsbereich.

Was ist Ihnen bei der Auswahl der Veranstaltungen in Ihrer Region besonders wichtig?

Wir bieten im Winter ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm für unsere Gäste in Damüls Faschina an. Dabei legen wir besonderen Wert darauf, dass die Angebote in erster Linie auf Familien ausgelegt sind, da wir diese mit entsprechenden Angeboten am besten erreichen. Interessant ist es, dass zahlreiche Gäste neben dem Skifahren keine weiteren „Unterhaltungen“ wünschen. Wir versuchen immer wieder mal eine neue Art an Events aufzugleisen und schauen dann auf die Reaktionen um über deren Weiterführung zu urteilen.

Das größte Skigebiet im Bregenzer Wald
Gibt es einen Bereich in Ihrer Region, der sich besonders für Anfänger eignet? Wo werden die Skifahrer hingegen vor besonders große Herausforderungen gestellt?

Im Skigebiet von Damüls Mellau werden Pisten aller Schwierigkeitsgrade angeboten. Die landschaftlichen Gegebenheiten sind relativ einfach zu beschreiben. Die nach Süden ausgerichteten Hänge sind meist etwas flacher als die nach Norden ausgerichteten. Generell sind die Pisten im Gebiet Oberdamüls etwas leichter einzustufen, hingegen die nordseitigen Hänge in Mellau der schwarzen Kategorie angehören. Das „schwärzeste“ Highlight ist jedoch der Sunnegg-Steilhang in Damüls mit 73 % Gefälle – die steilste Abfahrt im Gebiet.

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©Damüls – Faschina Tourismus

Wie weit ist der durchschnittliche Weg vom Hotel zur Piste? Bin ich hier immer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen?

Das ist neben der Schneesicherheit sicherlich einer der größten Pluspunkte in Damüls Faschina, denn man wohnt in 80 % der Häuser in einem Umkreis von max. 100 m zur nächsten Piste bzw. zum nächsten Lift! Perfektes „Ski-in Ski-out“! Wem dies immer noch zu weit entfernt ist, der kann auch auf den kostenlosen Ortsbus ausweichen, welcher den ganzen Tag vom ersten bis zum letzten Haus in Damüls verkehrt. Somit werden auch die Winterwanderwege und Langlaufloipen perfekt mit Öffis erreichbar gemacht.

Wie viele Besucher kommen durchschnittlich pro Saison in das größte Skigebiet im Bregenzer Wald?

Zu den Zahlen der Skifahrer kann ich an dieser Stelle leider keine konkreten Angaben machen. Wir hatten im Rekordwinter 2015/16 jedoch über 51.000 Gäste in den Orten, welche ein Nächtigungsvolumen von 245.000 erreichten. Generell kann noch gesagt werden, dass die skifahrenden Tagesgäste eher in der „Talstation“ in Mellau in das Skigebiet einsteigen und sich somit das Verkehrsaufkommen in Damüls entsprechend beruhigt hat.

Sie wurden in der Vergangenheit als das „schneereichste Dorf der Welt“ ausgezeichnet. Inwieweit stellt das die Organisation des Tagesbetriebes auch vor Herausforderungen?

INFOBOX

Bild3©Damüls – Faschina Tourismus

Seit 2010 ist die Skischaukel Damüls Mellau Faschina das größte Skigebiet im Bregenzerwald und eines der größten Skigebiete in Vorarlberg. Wer auf die Pisten gelangen möchte kann in Damüls, Mellau oder Faschina direkt in das schneesichere Skigebiet einsteigen. In Damüls wohnen Sie zudem meist in Hotels direkt an der Piste! Das ist Skigenuss pur und macht Freude auf mehr Lebenslust!
Das Skiresort Damüls-Mellau-Faschina im Bregenzerwald und dem Biosphärenpark Großes Walsertal zeichnet sich besonders durch seine weitherum bekannte Schneesicherheit aus. Diese wurde im Jahr 2007 auch mit dem Titel „schneereichstes Dorf der Welt“ ausgezeichnet. Durchschnittlich über 9,60 m des weißen Pulvers streut Frau Holle in dieser meteorologisch bevorzugten Gegend aus.
Quelle: https://www.damuels.travel/

Diese Auszeichnung hat uns in erster Linie Vorteile verschaffen, erstens weil darüber in zahlreichen Medien berichtet wurde und weil es zweitens gegenüber unseren Gästen auch aussagt, dass es wirklich viel Schnee in unserer Region hat. Ansonsten hat man sich mit den Schneemengen gut arrangiert und ist entsprechend eingerichtet. Dass es nach ergiebigen Schneefällen immer einige Zeit benötigt bis die Pisten wieder als perfekter Teppich daliegen – mit diesem Problem haben alle anderen Skigebiete auch zu kämpfen. Wichtig ist vor allem, dass mit dieser Aussage die Schneesicherheit in unserer Region unterstrichen wird. Übrigens befinden sich drei der ersten vier platzierten schneereichsten Dörfer alle im Umkreis von 25 km um Damüls!

Gibt es irgendeinen Aspekt, außer den des hohen Schneeaufkommens, der Sie zu dem Schluss kommen lässt: „GENAU DAS macht unser Skigebiet einzigartig?“

Neben der Schneesicherheit ist das Hauptargument für einen Urlaub in Damüls Faschina sicherlich die zahlreichen Unterkünfte, welche sich direkt an den Pisten bzw. Liftstationen befinden. Durch diese klassische Walser Streusiedlung, die seit jeher schon bestand, fehlt (leider) ein direktes Ortszentrum. Dieses bildete sich lediglich um die Kirche, welche sich malerisch auf einem Hügel präsentiert. Egal von welcher der drei Seiten man nach Damüls kommt – die Kirche ist immer zu sehen und bestimmt das Ortsbild.

Wie unterscheiden sich die Ansprüche der Touristen von heute mit denen vor mehreren Jahren? Hat beispielsweise der Wunsch, seinen Urlaub interaktiv zu planen, zugenommen?

Das Buchungsverhalten unserer Gäste hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt. Früher hat man sich zuerst noch nach einem Ort orientiert und sich dann eine Unterkunft gesucht. Heute ist es vielfach so, dass man sich online ein Hotel mit entsprechenden Kriterien aussucht und sich dadurch automatisch ein Urlaubsort ergibt. Daraus resultiert auch, dass die Betriebe online buchbar sein müssen, ansonsten fallen die meisten schon von Anfang an durch den Rost. Ist die Buchung in einem Haus getätigt, dann kommen die Angebote unserer Organisation zum Zuge. Diese reichen von interaktiven Skigebietspläne, interaktiven Wander- und Ausflugskarten für Sommer und Winter bis hin zu allen Prospekten, welche wir natürlich auch online zur Verfügung stellen. Diese Entwicklung geht rasant weiter und auch in Hinblick auf das Fallen der Roaming-Gebühren für Webzugriffe wird sich da noch einiges tun.

Vielen Dank für das Interview!
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