Dr. Michael Völpel

Erfinder des SkiBoot Butlers aus Weilmünster

Kleiner Helfer mit großer Wirkung beim schließen der Skischuhe

Dr. Michael Völpel

Erfinder des SkiBoot Butlers aus Weilmünster
Immer wieder das gleiche Bild in den Skikellern, viele der Ski Fahrer haben Probleme ihre Skischuhe zu verschließen. Meist ist es ein richtiger Kraftakt die Schnallen runter zudrücken. Das hat nun ein Ende, Dr. Michael Völpel hatte die erlösende Idee. Er ist selbst leidenschaftlicher Ski Fahrer und kennt das Problem, jeden Morgen im Urlaub aufs Neue der Kampf mit den Skischuhen. Er hatte eine einschlagende Idee, der SkiBoot Butler, eine Art Hebel oder auch Griff den man auf jede Skischuhschnalle stecken kann.
Hallo Herr Völpel,
Sie haben Ihren SkiBoot Butler bereits europaweit über 115.000 mal verkauft und es werden immer mehr. Eine sehr erleichternde Idee – kein Kampf am Morgen im Skikeller. Wie sind Sie darauf gekommen? Was hat Ihnen den Anstoß gegeben so etwas zu entwickeln?

Als ich vor ein paar Jahren in einem französischen Skikeller saß, mühte ich mich wie jedes Jahr mit dem Schließen meiner Schuhe ab. Die Schnallen der Skischuhe sind zu kurz und entfalten damit nicht genügend Hebelwirkung um die Schuhe bequem schließen zu können.
An diesem Morgen ist mir jedoch zum ersten Mal aufgefallen, dass ich mit meinem Problem nicht alleine war. Ich sah ein älteres Paar das sich gegenseitig die Schuhe zu machte und einen Vater der seinem Sohn half. Ab diesem Zeitpunkt fing ich an, über eine Lösung des Problems nachzudenken.

Der Skischuh Schließer

©Dr. Michael Völpel

Eine sicherlich anspruchsvolle Aufgabe, Ihre Idee in die Tat umzusetzen und den ersten Prototypen zu fertigen. Gab es Schwierigkeiten bevor der erste Prototyp überhaupt gebaut wurde? Wie sah der erste Prototyp aus?

Als ich wieder zu Hause war musste ich mir zuerst ein Prinzip ausdenken, um alle Schnallen der verschiedenen Hersteller bedienen zu können. Mein Anspruch war es, eine Lösung für alle Skischuhmarken zu entwickeln. Also bin in die Sportgeschäfte meiner Umgebung gefahren, um die Schnallen der Skischuhe zu vermessen. Es gibt z.B. bereite, schmale, lange, kurze, bucklige und flache Schnallen. Wie musste ich mir also die Universallösung vorstellen? Ich habe am Anfang viel herum probiert. Dabei kamen zum Beispiel auch Küchengeräte wie ein Spargelschäler auf den Prüfstand, wurden aber sofort für untauglich befunden. Letztendlich habe ich eine Form gefunden, welche die verschiedenen Geometrien der Schnallen berücksichtigt. Hieraus entstand die erste technische Zeichnung.

Ein Prototyp ist selten gleichzeitig das Endprodukt und braucht oft noch viel Feinschliff. Wie ging es weiter als Sie Ihren ersten Entwurf gefertigt hatten?

Um zu testen ob meine Konstruktion wirklich funktioniert und was die größere Hebelwirkung bei verschiedenen Schnallen bewirkt, brauchte ich ein erstes Funktionsmuster. Hierbei half mir ein befreundeter Damastschmied aus meinem Ort. Er fertigte gemäß meiner technischen Zeichnung einen ersten Prototypen aus Stahl an. Mit diesem unhandlichen und nicht gerade formschönen Teil fuhr ich zurück in die Sportgeschäfte und stellte mit Begeisterung fest, dass er bei allen Schieschuhen funktionierte. Er ließ sich auf alle Schnallen problemlos aufschieben und erleichterte das Schließen durch die größere Hebelwirkung deutlich.

Prototyp des Skiboot Butler

©Dr. Michael Völpel

Wie viele Versuche hat es gebraucht, bis Ihr SkiBoot Butler die Form und Funktion hatte die Sie sich genau vorgestellt hatten?

Mit meinem Prototyp bin ich dann zu einer Konstruktionsfirma gegangen, um ein Produktdesign entwickeln zu lassen, das sowohl ansprechend aussieht als auch gut in der Hand liegt. Außerdem sollte der Ski-Schuh-Schließer so klein sein, dass er bequem in die Tasche passt und mit auf die Piste genommen werden kann. Es waren einige Skizzen nötig um einen Entwurf zu bekommen, aus welchem ein erster Design-Prototyp angefertigt werden konnte. Das erste Muster war formschön, aber deutlich zu groß. So gab es mehrere Iterationen bis das endgültige Design fertig war. Außerdem musste ein Name gefunden werden. Aus der ersten Idee ihn SchnallenSchnapper zu nennen wurde das englische SkiBoot Butler, um den Namen international verwenden zu können.

Sie waren in der Entwicklungsphase noch Student und haben Ihre Doktorarbeit geschrieben. Als Student hat man meist kein großes Budget zur Verfügung. Eine Entwicklung und auch das Anmelden eines Patentes kosten eine Menge Geld. Wieviel mussten Sie zunächst investieren, bis Sie daran etwas verdient haben?

Die Anmeldung des Patents, sowie die Entwicklung eines serienreifen Prototypen, kosteten unter 10.000 €. Damit konnte ich den SkiBoot Butler bei Handelsunternehmen präsentieren. Mit dem Einkaufsvolumen meines ersten großen Kunden Karstadt konnte ich die Herstellkosten der ersten Charge der Serienproduktion finanzieren.

Der Skiboot Butler

©Dr. Michael Völpel

Ihr erster SkiBoot Butler war nun fertig und hatte die perfekte Form – so wie Sie es sich vorgestellt hatten. Für alle die ihn noch nicht zum Testen hatten: Wie würden Sie ihn beschreiben?

Der SkiBoot Butler ist ein kleiner Helfer für alle, die Mühe mit dem Schließen ihrer SkiSchuhe haben. Er kann leicht auf die Schnallen verschiedener Schuhe geschoben werden und entfaltet damit eine größere Hebelwirkung beim Verschließen. Durch sein ergonomisches Design liegt der SkiBoot Butler leicht in der Hand und kann nach Gebrauch leicht in der Tasche verstaut werden. Durch seine besondere Konstruktion und dem soliden Material ist er bruchsicher auch bei niedrigen Temperaturen. Alle SkiBoot Butler werden in Deutschland hergestellt. Es gibt sie in verschiedenen Farben und sie können mit einem eigenem Label versehen werden, um sie im Marketing einzusetzen.

Helfer für alle die Mühe mit dem Schließen ihrer SkiSchuhe haben
Dieser kleine Helfer hat bestimmt bei den Testern erleichterte und strahlende Gesichter ausgelöst. Wie waren die ersten Rückmeldungen nach dem Test?

Die Rückmeldungen von den Nutzern waren bislang durchweg positiv. Mit dem SkiBoot Butler fällt der Einstieg in einen schneereichen Tag auf der Piste umso leichter. Viele berichten, dass sie im Skikeller sogar aktiv auf den kleinen Helfer angesprochen wurden.

INFOBOX

Verschiedene Skiboot Butler ©Dr. Michael Völpel

Viele Skifahrer kennen das Problem: den Kampf mit den Skischuhen. Die Schnallen runter zu drücken ist oft nicht ganz einfach. Das Problem erkannte auch Dr. Michael Völpel während vieler Skiurlaube. Bis Ihm schließlich eine Idee kam, mit deren Hilfe er dieses Ärgernis beseitigen konnte. Nach vielen Versuchen und Tüfteleien für die perfekte Lösung, war er entstanden, der SkiBoot Butler. Dabei handelt es sich um eine kleine Hilfe welche auf alle Skischuhschnallen passt und mittels großer Hebelwirkung dafür sorgt, dass sich die Schnallen der Skishuhe kinderleicht schließen lassen. Dank der kleinen Größe kann der SkiBoot Butler sogar in der Tasche verstaut werden.

Infos: www.skiboot-butler.de

Sie selbst haben den Butler sicherlich auch erstmal im Skiurlaub getestet. In welchem Skigebiet kam der SkiBoot Butler das erste Mal zum Einsatz?

Den eisernen Prototyp hatte ich zum ersten Mal in Frankreich in Les Alpes dabei. Zu diesem Zeitpunkt wurde der serienreife SkiBoot Butler noch konstruiert. Ich wurde mehrmals auf das komische Teil, mit dem ich an meinen Schuhen herumwerkelte, angesprochen. Als ich jedoch die Wirkungsweise erklärte und den Butler zum Test auslieh, wurde der positive Effekt schnell deutlich. Dies bestärkte mich in meiner Idee umso mehr.

Als leidenschaftlicher Skifahrer haben Sie bestimmt viele Skigebiete besucht. Können Sie uns ein Skigebiet nennen, welches Sie besonders gerne mögen?

Jedes Skigebiet hat seinen eigenen Reiz. Ich mag sowohl die langen Pistenkilometer in Frankreich, als auch die Gebiete in Österreich mit anschließendem Après Ski.

Es ist Ihnen gelungen mit Ihrer Erfindung einen tollen Erfolg zu feiern. Reizt Sie der Gedanke, mit einer neuen Idee an diesen Erfolg anzuknüpfen? Haben Sie schon etwas Neues im Kopf oder gibt es schon eine neue Erfindung von Ihnen?

Es macht mir Spaß an Problemen zu tüfteln und Lösungen zu entwickeln aus denen formschöne und nutzenstiftende Produkte entstehen. Neben dem SkiBoot Butler habe ich noch einen Aufhängebügel für Handtaschen vermarktet und ich halte ein Patent für einen Spaghettiportionierer, mit dem die Nudeln sowohl aufbewahrt als auch exakt portioniert werden können.

Es macht mir Spaß an Problemen zu tüfteln und Lösungen zu entwickeln
Zum Abschluss noch etwas Persönliches… Falls es Ihre Zeit erlaubt und Sie einem Hobby nachgehen können: Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?

Ich bin gerne an der frischen Luft und mache Sport oder gehe mit unseren drei Hunden auf Tour. Außerdem lese ich gerne und entdecke neue Länder gemeinsam mit meiner Frau.

Vielen Dank für das Interview!
Print Friendly, PDF & Email