Matthias Lenz

Geschäftsführer und Inhaber Allgäu Events Sonthofen

Übernachten im Iglu: ein Abenteuer von der An- bis hin zur Abreise

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Matthias Lenz

Geschäftsführer und Inhaber Allgäu Events Sonthofen
Ein Anblick den man so schnell nicht wieder vergisst, eine kleine Iglu Stadt, nein wir sind nicht in der Antarktis. Diesen Anblick finden wir seit ein paar Jahren jedes Jahr wieder am Nebelhorn. Ein ganzes Hotel aus Schnee und Eis im Skigebiet Oberstdorf Kleinwalsertal, am Tag haben wir einen Rundumblick auf 400 Gipfel und bei Nacht funkeln Millionen Sterne um die Wette. Geschäftsleiter und gleichzeitig der Inhaber der Iglu Lodge ist Matthias Lenz, er und sein Team lassen Träume wahr werden und machen das Iglu Erlebnis unvergesslich.
Hallo Herr Lenz,
einmal den Sternen bei Nacht ganz nah zu sein, das ist seit 2009 jedes Jahr möglich. Auf 2000 Metern über dem Meer in einem Iglu zu übernachten ist schon etwas Außergewöhnliches. Wie kommt man die Idee ein Iglu-Hotel zu bauen?

Die IgluLodge ist eine „Schnappsidee“. Ich habe schon zuvor mit klassischen Schneeblöcken kleine Iglus gebaut. Nach mehreren Events in Skandinavien und den dortigen Eishotels hatten wir für eine Veranstaltung den Auftrag, mehrere kleine Event-Iglus zu errichten. Beim Bau dieser Event-Iglus kam der Gedanke und eigentlich gleichzeitig auch der feste Entschluss, dass ich so etwas auch im Allgäu entwickeln möchte.

Luxus-Iglus zu bauen ist keine leichte Aufgabe und erfordert eine Menge Schnee und Eis. Wie gehen Sie beim Bau der Iglus vor? Gab es in den Anfängen große Schwierigkeiten bei den ersten Versuchen?

Wir bauen mit sogenannten Igluformern, die zuletzt nichts anderes sind, als ein überdimensionaler Luftballon. Diese werden mit Luft gefüllt und anschließend beschneit. Wenn die Außenwände ausreichend dick sind (bis zu 4 Meter), lassen wir die Luft wieder ab und das Iglu ist zumindest im Rohbau fertig und so stabil, dass direkt auch eine Pistenraupe darüber fahren kann. In der ersten Saison haben wir noch mit einer großen Schneefräse die Ballone zugeschneit: Leider kam es vor, dass durch einen im Schnee befindlichen Stein, während des Aufbaus, der Ballon so beschädigt wurde, dass er die Luft nicht mehr halten konnte. Dann mussten wir das Iglu neu bauen. Womit wir allerdings nicht gerechnet hatten war, dass wir für den Abriss des unfertigen Iglus einen Tag lang ein Zwei-Mann-Team mit Motorsägen benötigten, da die Außenwände schon so fest waren, dass die Pistenraupe nicht mehr in der Lage war, das Iglu „wegzuschieben“.

Frau Holle macht was sie will – somit kommt sie auch erst wenn es ihr passt. Wann startet der Bau der Iglus? Wie lange sind die Iglus bewohnbar?

Der Aufbau der Iglus ist immer grob für den 10. Dezember geplant. Wir benötigen dann ca. 14 Tage um die komplette Lodge zu errichten. Eine Saison geht immer ca. 100 Tage. In dieser Zeit übernachten bei uns bis zu 3000 Gäste.

Das Wetter spielt eine große Rolle und macht vermutlich auch des Öfteren mal nicht mit. Kann man bei jedem Wetter sicher in den Iglus schlafen? Bei Schneestürmen z.B.?

Die Iglus sind wohl mit die stabilsten Aufbauten am Berg. Durch ihre Kuppelform ist es nicht möglich, dass diese einfach einstürzen oder ein Sturm sie beschädigen könnte. Bei einem Schneesturm ist die Übernachtung in der Lodge natürlich ein Abenteuer! Gefährlich ist das jedoch nicht!

©Matthias Lenz

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Die Iglus sind wohl mit die stabilsten Aufbauten am Berg
Es sind keineswegs einfache Standard-Iglus – hier finden wir schon einen kleinen Luxus im oder auch aus Eis und Schnee. Wie können wir uns die Iglus von Innen vorstellen?

Die Iglus sind, soweit möglich, gemütlich eingerichtet. Es gibt elektrisches Licht in Form von LED-Lampen. Das Bett ist eine Spezialkonstruktion mit einer entsprechenden Dämmschicht und einer Matratze. Geschlafen wird mit einem Expeditionsschlafsack auf Rentierfellen. Alles in allem eigentlich also eine ganz gemütliche Sache. Nur zu lange ohne Bekleidung sollte man im Iglu nicht rumstehen. Da wird’s dann bei einer Durchschnittstemperatur von 0 Grad schon etwas kühl.

Nicht alle Iglus sind gleich, sie unterscheiden sich von Innen oder auch von der Größe her. Jedes Iglu ist etwas Besonderes und auf seine Art einzigartig. Was für Iglu „Kategorien“ stehen uns zur Auswahl?

Es stehen für die Übernachtung drei verschiedene Kategorien zur Auswahl: Im Standard-Iglu können bis zu 4 Personen gleichzeitig schlafen. Größere Iglus gibt es nicht, da wir keine „Lager“ anbieten wollen. Dies würde nicht unserem Qualitätsanspruch gerecht werden. Die nächsthöhere Kategorie ist das Romantik-Iglu. Hier schläft man zu zweit. Dieses ist auch die meist gebuchte Kategorie. Als besonderes Highlight haben wir noch eine Suite. Diese ist deutlich größer als die anderen Iglus und hat einen entsprechenden Vorraum mit Sofa. Das besondere Highlight hier ist jedoch sicherlich der Whirlpool, der in diesem Fall den Gästen exklusiv zur Verfügung steht. Die anderen Gäste der Lodge müssen sich hier einen teilen.

Nicht nur die Übernachtung ist ein Erlebnis, auch Ihr Rahmenprogramm wird in Erinnerung bleiben. Dank Ihrer Guides wird allein die An- und Abreise zu den Iglus ein echtes Erlebnis. Was gibt es zu erleben für die Iglu-Gäste?

INFOBOX

©Matthias Lenz ©Matthias Lenz

Wünsche hat jeder Mensch. Die Eventagentur „Allgäu Events“ erfüllt gleich eine ganze Reihe davon, in Form von individuell gestalteten und geplanten Events. Eine eher ungewöhnliche Idee hatte der Gründer, Geschäftsführer und Ideen-Entwickler der Allgäu Events, Matthias Lenz: Ihm kam der schöpferische Einfall ein Igluhotel zu bauen. Dies setzte er, mithilfe seines engagierten Teams, auch direkt in die Tat um. Seit einigen Jahren gehört das Hotel aus Eis und Schnee, die „Iglu Lodge“, nun zum festen Bestandteil von Allgäu Events. Nicht nur die Übernachtung in einem der Luxus-Iglus ist ein absolutes Erlebnis, auch bereits die An- und Abreise stellt ein unvergessliches Abenteuer für alle Gäste der Iglu Lodge dar.

Infos: www.iglu-lodge.de

Die IgluLodge ist insgesamt ein Erlebnis. Bereits die Auffahrt zur Bergstation und der Ausblick über die zahlreichen Berggipfel lässt schon viele ins Staunen kommen. Da die Lodge vor allem im Gastrobereich ein Gesamtkunstwerk ist, lassen wir hier den Gästen nach der Begrüßung mit einer Tasse Glühwein genügend Zeit zum Fotografieren und staunen. Anschließend werden die „Zimmer“ bezogen und die Gäste können es sich in ihren Iglus gemütlich machen. Ein besonderes Highlight ist die Wanderung zum Sonnenuntergang. Ganz alleine am Berg genießen die Gäste hier unvergessliche Momente, wenn die Sonne hinter den Berggipfeln verschwindet und es schlagartig kälter wird. Natur pur! Das Abendessen mit einem echten Allgäuer Käsefondue in unserem Schneerestaurant wird „zelebriert“. Und ganz zum Schluss darf natürlich der Besuch unserer Whirlpools unterm freien Sternenhimmel nicht fehlen. Frieren ist hier nicht angesagt – die Pools sind auf über 38 ° Celsius aufgeheizt, sodass sich dies eher wie ein Saunagang anfühlt.

Nicht nur Privatpersonen sind bei Ihnen willkommene Gäste – Firmen oder auch Gruppen erfreuen sich ebenfalls an Ihrer Iglu Lodge. Was für ein Programm halten Sie für Firmen oder Gruppen bereit?

Dies ist sicherlich unsere größte Stärke! Die IgluLodge gehört zur Event Agentur Allgäu Events. Wir veranstalten im Jahr ca. 120 Veranstaltungen, zum Teil auch weltweit. Viele davon finden natürlich im Winter, direkt an der Lodge, statt. Hier reicht unser Angebot von klassischen Teambuilding-Maßnahmen wie Iglu Bau, bis hin zum Rundflug über die IgluLodge mit dem Helikopter bei VIP-Events. Wer nicht ganz so hoch hinaus will kann auch mit unserem eigenen und wohl höchsten Flying-Fox Deutschlands am 200 Meter langen Stahlseil zur Lodge sausen.

Falls es Ihre Zeit erlaubt und ein Plätzchen bei Ihnen in den Iglus frei ist: Nutzen Sie die Gelegenheit selbst für eine Nacht in einem der Iglus?

Ich habe natürlich schon oft am Berg übernachtet, vor allem natürlich am Anfang dieses Projekts. Mittlerweile ist es leider etwas weniger geworden, aber bei Events bin ich natürlich des Öfteren mal oben und ich lasse es mir nicht nehmen auch mal mit Freunden einen Abend dort zu verbringen.

persönliches Highlight - Eintreffen der ersten Gäste in der Lodge
Zum Schluss erzählen Sie uns bitte noch etwas über Ihr persönliches Highlight der Iglu Lodge…
©Matthias Lenz

©Matthias Lenz

Eines meiner persönlichen Highlights wiederholt sich jedes Jahr aufs Neue: Das ist schlichtweg das Eintreffen der ersten Gäste, kurz nachdem die Lodge fertiggestellt ist. Es läuft jedes Mal gleich ab – die Gäste kommen zur Vordertüre rein und das Bauteam verlässt gerade so die Lodge durch die Hintertür. Es ist jedes Mal super knapp und man könnte denken, es klappt nicht. Wenn dann aber alles fertig ist, nehme ich mir auch mal gerne 5 Minuten Zeit um einfach nur im Chillout Iglu bei einem Bier die Fertigstellung dieses Kunstwerks zu bewundern. Und mit Sicherheit bin ich auch ein gutes Stück stolz darauf, was mein Team hier jedes Jahr leistet!

Vielen Dank für das Interview!

Zu diesem Interview liegt eine Gegendarstellung von Michael Pruss vor die Sie hier finden

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